Eingewöhnung

Gemeinsam schaffen wir das ;-)

Einer der größten Schritte im Leben eines Kindes in Richtung Selbständigkeit ist der Eintritt in den Kindergarten. Für manche Kinder ist es die erste stundenweise Trennung von den Eltern. Jedes Kind verhält sich dabei anders. Manche spazieren frisch und froh in die Gruppe und fühlen sich von Anfang an wohl. Andere sind unsicher, haben Angst oder sind traurig und es fällt ihnen schwer sich zu verabschieden.

Auch Eltern sind verschieden. Manche vertrauen darauf, dass ihr Kind das schafft und das pädagogische Personal die Situation begleitet. Andere geben ihren größten Schatz nicht gern in fremde Hände und bekommen „Bauchkrummeln“, wenn sie an den Abschied denken.
 

Ein paar wichtige Informationen zum Ankommen im Giraffenhaus:

  1. Gebt euch ZEIT: Wenn es möglich ist, nehmt euch Zeit, denn ohne Druck und mit etwas Geduld gelingt diese Phase besser. Plant nicht zu viel ein. Große Veränderungen oder durchgeplante Nachmittage können das Kind überfordern.
  1. Macht den Kindergarten zum GESPRÄCHSTHEMA. Richtet am Vortag gemeinsam die Kleidung und die Jausentasche her. Besprecht, was ihr vor und nach dem Kindergarten macht. (Frühstücken, Zähne putzen, danach kuscheln, …). Baut die Pädagogin oder den Kindergarten in das gemeinsame Spiel ein. (Lego – Kindergarten bauen, Playmobil – eine Figur wird zur Pädagogin, den Weg zum Kindergarten zeichnen …)
  1. Gebt etwas VERTRAUTES mit. Jedes Kind hat einen Garderobenplatz. Dort kommen Turnkleidung, Wechselgewand, Schuhe, und Jausentasche hin. Der Korb ist für Kappe, Stirnband, Zeichnungen… ABER- er ist auch für ein Kuscheltier, ein Schmusetuch oder einen Schnuller da. Ein Übergangsobjekt kann den neuen Kindern helfen, sich zu beruhigen.
  1. Der 1. TAG: Am ersten Tag ist der Besuchstag von 10.00 – 12.00 Uhr. An diesem Tag dürft ihr mit eurem Kind die Gruppe entdecken. Wir knüpfen so nach der langen Sommerpause am Schnuppertag an. Es ist möglich eine kurze Trennung herbeizuführen und das Elterncafe im Kindergarten zu besuchen. Bitte besprecht dies aber mit der Pädagogin und verabschiedet euch von eurem Schatz.
  1. Jedes KIND braucht etwas Anderes: Ab dem 2. Tag variiert die Eingewöhnung:
    Wichtig ist sich mit der Pädagogin zu besprechen und auszumachen, wann ihr das Kind abholen kommt. (Manchmal ist es sinnvoll vor oder nach der Jause ca. 10.30 Uhr wiederzukommen und die Zeit dann allmählich auszuweiten).
     
  2. VERABSCHIEDET euch:  Wenn ihr bereit seid euch zu verabschieden, sollte der Abschied kurz und herzlich sein. Ein heimliches Davonschleichen schürt Unsicherheit und Ängste. Bitte vermeidet aber auch das mehrmalige Ankündigen, immer wieder umarmen und umdrehen. Abschiedstränen sind okay und gehören bei manchen Kindern dazu. Wenn sich das Kind von uns trösten lässt, haben wir die Chance eine Bindung zu ihm /ihr aufzubauen. Beruhigt sich das Kind nicht, rufen wir die Eltern an und ihr müsst das Kind abholen.
    Diese Entscheidung trifft die jeweilige Pädagogin. Es ist also wichtig, dass eure Telefonnummer stimmt und ihr erreichbar und abrufbar seid.
     
  3. AUSTAUSCH ist wichtig: Es ist hilfreich, wenn ihr uns an eurem Alltag teilhaben lasst. Wenn wir wissen, dass das Kind schlecht geschlafen hat, es kränkelt oder ihr in der Früh einen Streit hattet, können wir die Situation besser einschätzen und unser Verhalten anpassen. Vor allem in der Sauberkeitserziehung, sollten wir uns absprechen.
  1. REGELMÄSSIGKEIT unterstützt. Die Kinder regelmäßig zu bringen hilft, um gut anzukommen und Teil der Gruppe zu werden.
  1. ABHOLEN beendet den Kindergartenbesuch. Holt ihr euer Kind ab, solltet ihr das Kind mit nach Hause nehmen. Auch dann, wenn sich das Kind gerade wohlfühlt. Abgeholt, bedeutet abgeholt. So lernt das Kind, dass die Kindergartenzeit endet, wenn Mama oder Papa kommen.
  1. Die GRUPPENTÜR als Grenze zwischen den Welten: Ein Ziel in der Eingewöhnung ist es, dass die Eltern das Kind bis zur Gruppentür begleiten und es auch dort wieder in Empfang nehmen. Diese Schwelle ist die Grenze zwischen der Zuständigkeit der Eltern und dem Autoritätsbereich des pädagogischen Personals. Dies funktioniert vielleicht noch nicht gleich am Anfang, aber die Erfahrung zeigt, je mehr wir diese einhalten, desto mehr Struktur und Sicherheit vermitteln wir dem Kind.
  1. Ein LANGSAMES Gewöhnen: Wenn es für euch arbeitstechnisch möglich ist, wäre es sinnvoll mit der Nachmittagsbetreuung erst in der 2. Woche zu starten.
  1. ENTSPANN dich: Das Wichtigste zum Schluss: Versucht entspannt an das Thema Eingewöhnung heranzugehen, damit die Kleinen wissen, dass alles gut ist und sie sich keine Sorgen machen müssen!

 

Ich wünsche uns allen eine schöne Zeit des Kennenlernens und freu mich euch im Herbst begrüßen zu können.

Alexandra Molitor